ÜBER UNFRUCHTBARKEIT
Viele Paare glauben, dass die Frau sofort nach dem ersten Monat ihrer
Versuche schwanger wird. Sie werden bekümmert, wenn die erwartete Schwangerschaft
nicht kommt. Jederman unter uns kennt diese Zeit des Zweifels. In dieser Zeit beginnen
viele von uns über die mögliche Unfruchtbarkeit zu denken.
Aber diese Zweifel sind verfrüht – im Laufe eines Blutungszyklus hat gewöhnlich ein ganz
gesundes Paar die Möglichkeit ein Kind zu zeugen von etwa 25 Prozent, sogar wenn sie Sex
täglich haben. Es gibt viele Ursachen dafür, z.B. werden einige Eizellen nicht befruchtet oder
wachsen einige befruchtete Eizellen nicht gut während der Entwicklungsphase. Es ist unmöglich
vorauszusagen, wann ein einzelenes Paar ein Kind zeugt. Doch beträgt die Möglichkeit der Empfängnis
im Laufe eines Jahres etwa 80-90 Prozent, das heisst, dass 7 von 8 Paare im Laufe eines Jahres ein
Kind zeugen können. Das betrifft doch gesunde Paare – alle anderen werden als ‚unfruchtbar‘ klischiert.
In Medizinbüchern findet man folgende Definition für ungewollt kinderlose Paare, das sind
die Paare, die trotz einer regelmäßigen sexuellen Beziehung innerhalb eines Jahres keinen Nachwuchs
erwarten. Das Paar, das noch kein Kind hat, wird als ‚primär unfruchtbar‘ bezeichnet. Das Paar, in
der die Frau schon mindestens ein mal schwanger wurde, ist jetzt aber nicht fähig ein Kind zu zeugen,
wird als ‚secundär unfruchtbar’ bezeichnet.
Ovulationsstörungen
Das ist die häufigste Form der Unfruchtbarkeit bei Frauen, sie beträgt etwa 25
Prozent aller Fälle. Man kann sie in drei Gebiete teilen: die Frau hat keine Ovulation,
Blütungszyklus ist unregelmäßig oder selten und Störungen nach der Ovulation (gewönlich
ist die Störung wegen der Mißbilanz des Hormons Progesteron, die eine unzureichenden
Follikelreifung als Folge hat).
Ovulationsstörungen können u.a in zwei andere Gruppen geteilt sein:
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Erstens sind die Eileiter selbst das Problem: Eileterstörungen können Ergebnis einer
Chemo- oder Radiotherapie sein, Extraktion eines oder beider Eileiter als Folge einer
Operation, frühe Menopause, die bei etwa zwei Prozent der Frauen vorkommt, die sich unter
der Altersgreze 40 befinden, sind auch oft zu treffen.
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Zweitens können die Hormone Unfruchtbarkeit beeinflussen. Stress, übermäßige Gewichtsabnahme
oder im Gegenteil Gewichtszunahme, Drogen und in seltenen Fällen Tumore können die Hirnanhangsdrüse beeinträchtigen.
Tubenfaktore
Fast jede dritte Frau, die nicht schwanger wird, hat Eileiter, die verklebt oder
verwachsen sind beziehungsweise einen verschlossenen Eileitertrichter. Damit sind
die Transportwege für Samen und Eizelle unpassierbar. Infektionen (STD und PID) und
Entzündungen, als Ergebnis der früheren Schwangerschaft oder chirurgischer Eingriffe,
können der Grund sein.
Anatomische Fehlbildungen
Eine extreme Lage der Gebärmutter – stark nach hinten oder zur Seite geneigt – kann
die Empfängnis verhindern. In sehr seltenen Fällen ist die Gebärmutter verkümmert.
Endometriose
Kurz vor dem Eisprung beginnt die Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium genannt) zu wachsen
und sich zu verdicken, um sich auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Findet keine Befruchtung statt,
löst sich der Großteil der Gebärmutterschleimhaut.
Dieses Wachsen, Abstoßen und Wiederwachsen des Gewebes innerhalb der Gebärmutter ist eine normale,
jeden Monat stattfindende Erscheinung. Wenn sich aber Gebärmutterschleimhaut ortsfremd ansiedelt,
z.B. im Bereich der Eierstöcke, der Eileiter, in der Gebärmuttermuskulatur oder in Darm, spricht
man von einer Endometriose.
In den Eierstöcken kann die versprengte Schleimhaut Verwachsungen bilden und ihre Funktion
beeinträchtigen. Es besteht ein höheres Risiko für Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften.
Die Ursachen der Endometriose sind noch nicht ganz erforscht. Einige Spezialisten stellen auf,
dass teile der Gebärmutterschleimhaut durch die Gebärmutterwand in Richtung Bauchhöhle durchwachsen
oder auch Gebärmutterschleimhaut durch chirurgische Eingriffe in die Bauchhöhle gelangt. Andere
Forscher wiederum nehmen an, dass schon bei ungeborenen Mädchen eine ungenügende Differenzierung
bei der Entwicklung von Eierstöck- und Gebärmutterschleimhaut, Bauchfell- oder anderem Gewebe
stattfindet.
Genetische Veranlagung, Stress sowie seelische Konflikte können auch als Gründe für Endometriose dienen.
Immunologische Faktoren
Manchmal können die Spermien durch den cevicalen Schleim nicht dringen. Das passiert sehr selten (1 Prozent der Fälle) als Grund dafür nennt man die Dickheit des Schleims oder beurteilt manchmal das Immunsystem einer Frau die Samenzellen des Mannes als schädliche Eindringlinge, dann machen ihre körpereigenen Abwehrzellen die Spermien bewegungsunfähig beziehungsweise verhindern, dass sich das befruchtete Ei einnistet. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt.
Manchmal ist die Spermqualität zu niedrig.
Samenstörungen
In 30 Prozent der Fälle liegt es am Mann, wenn sich keine Schwangerschaft einstellt.
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Es gibt keine Spermien. Der Fall gilt für vier Prozent der unfruchtbare Männer.
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Niedrige Zahl von Spermien, niedrige Samenqualität oder fehlgebildete
Spermien - das sind die wichtigsten Faktoren der männlichen Unfruchtbarkeit.
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Defekter Samen kann die Eizelle wegen Disfunktionen nicht
befruchten – das sind sechs Prozent der Fälle.
Psychische / körperliche Probleme
Fast drei Prozent der Unfruchtbarkeitsfälle sind mit den psychischen oder körperlichen Problemen verbunden.
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Psychische Probleme wie Streß, Depression etc. Entstehen wegen der mehrfachen
erfolglosen Versuchen ein Kind zu zeugen. Arbeits- und Finanzprobleme, Alltagsprobleme
spielen auch eine gewisse Rolle. Frühere Vergewaltigung oder sexueller Mißbrauch
können als Folge die Unfruchtbarkeit haben.
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Körperliche Probleme sind frühzeitige Ejakulation, Diabetis, intensives Rauchen,
Alkoholmißbrauch, Impotenz.
Ungeklärte Fälle
Ca. 5 Prozent der Unfruchtbarkeitsfällen bleiben trotz umfassenden Tests und Forschungen ungeklärt.
Nur eine kleine Zahl der Menschen ist total steril. Die Mehrheit ist aber nur sub-fruchtbar, d.h., dass die Schwangerschaft erreicht wereden kann, obwohl es der ART manchmal bedarf.